Ur-Muster der Seele

zur Auswahl

Element: Feuer
Zeichen: veränderlich

archetyp jupiter

Einsicht in die Zusammenhänge der Seele und der Welt.

Kurzfassung: Die geistige Weite in ihrer ganzen Fülle. Ein Leben lang bist du auf der Suche nach ..., deinem Sinn im Leben. Du bist viele Umwege gegangen, hast in vielen Lehren und Vorbildern gesucht. Sie alle sind Teil deiner Suche, ohne der du nicht da wärst, wo du heute bist. Die Einsicht, dass dein Sinn nicht der Sinn von ... ist. Nur dann kannst du, wie der Volksmund spricht »fünfe grad sein lassen«". Der Brückenbauer zwischen der Götterwelt und der Welt der Menschen.

Dem Prinzip geschichtlich zugeordnet:
Farbe Purpur, Zahl 3, Wochentag Donnerstag, Metall Zinn, Tonart C

Die (Wieder-)Verbindung zwischen Oben und Unten ist die Aufgabe dieser inneren Person. Und zwar auf neutrale Weise, ohne über den eigenen Stolz zu stolpern oder gar die erworbenen Wahrheiten zur Aufblähung des eigenen Egos zu benutzen. 

Dieser Archetyp ist dein innerer Therapeut, der dich auf einer lebenslangen Suche (nach deinem Sinn) begleitet. Mit ihm gelangst du zu geistigen Einsichten, die dir vorgaukeln, im Besitz der Wahrheit zu sein. Du nimmst dann vielleicht die Position eines (fanatischen) Predigers oder Gurus ein.

Indem du andere missionierst, zwingst du ihnen ungefragt dein Wissen auf. Das Ego führt Regie bei deinem Wahn, im Besitz der Wahrheit zu sein. Solange du derart handelst, entfernst du dich von der Suche und der Rückverbindung zu deiner Seelengeschichte. 

Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Du bist ein Leben lang und innerlich getrieben auf der Suche nach den Antworten auf diese Fragen. Du magst jetzt lächeln, denn eigentlich gibt es keine Antworten auf diese Fragen. Zumindest keine Antwort, die für jeden passt, der sich diese Fragen stellt. Nur soviel kann dazu gesagt werden, dass jeder für sich einen Bereich im Leben sucht, der zumindest für eine gewisse Zeit Sinn für ihn macht. Und dann geht die Suche wieder weiter, und dies ein Leben lang. 

Einige »bevorzugte« Beispiele werde ich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben aufzeigen, wo Sinn gesucht und gefunden wird: Organisationen die dem Schutz der Umwelt dienen, helfende Berufe werden angestrebt, um Sinn zu finden, die religiöse Sinnsuche in all in ihren Formen und Gruppen, usw.

Nicht zu vergessen das grosse Angebot in der esoterischen Szene mit all den schillernden Gurus, die dir Sinn vermitteln (wollen). Und dabei natürlich auch selbst auf der Suche nach ihrem eigenen Sinn sind. Manchmal, wenn sie der Meinung sind, du hast es dir verdient, geben sie dir einen neuen Namen. Du liest dann auf einer Visitenkarte »Maria Lobgesang Huber«, oder ähnliches. Aber das ist ebenfalls ein Teil der Sinnsuche, dass du dich vorerst mal von deinen Wurzeln entfernst, damit du sie später als nah und vertraut nehmen kannst. 

Meinen Sinn habe ich bei Meister ... gefunden magst du jetzt einwenden. An (d)einem Vorbild kannst du lernen. Du kannst versuchen, es besser zu machen. Aber kein Vorbild kann dir deinen Sinn geben. Du kannst dir weder bei Martin Luther King, Ghandi oder dem Papst was abschauen. Ghandi, King und der Papst mögen ihren Sinn gefunden haben. Es mag sein, dass dir der Hut vom Papst passt, aber es ist nicht dein Hut. Wenn du noch in den Fuss-Stapfen der Vorbilder wandelt, bist du noch nicht auf der eigenen Suche, nicht auf deinem eigenen Weg. 

Da nur du selbst deinen Sinn kennst, kann dir auch niemand anderer darüber Auskunft geben. Deshalb ist die Suche in den Lehren der Anderen vergeblich. Willst du deinen Sinn finden, musst du dich aufmachen auf einen weiten Weg, der auch Umwege bereithält. Jeder Umweg, der gegangen wird, jede »Sackgasse« die betreten und geschaut wird, bringt dich näher an deinen Sinn. 

Ähnlich jenen, die zu den Grabstätten und Kraftplätzen fremder Kulturen pilgern, um danach fest zu stellen, dass der persönliche Kraftplatz auf dem Friedhof der Heimatstadt am Grab der Eltern zu finden ist. Doch ohne die Reise und all die Umwege, hätte sich diese Erkenntnis nicht gezeigt. 

Ein altes Sufi-Wort gibt dir eine mögliche Antwort: Ich habe in allen Teilen der Welt gesucht, ich bin umhergefahren, habe getan und gemacht und als ich schließlich nach dreissig Jahren ermattet wieder nach Hause gekommen bin, da sah ich, dass er die ganze Zeit hier zu Hause auf mich gewartet hat.

Am Ende der Reise, wenn du wieder zuhause bist, kann es ein, dass du deinen Sinn gefunden hast. Jedes Wissen, das du auf diesem Weg gesammelt und bewahrt hast, ist nur eine Art Geländer auf deinem Weg zu ihm. Du wirst deinen Sinn finden, wenn seine Zeit gekommen ist.

Wenn du jetzt meinst, na gut, ich warte zuhause auf meinen Sinn, bis er sich zeigt, so wirst du enttäuscht werden. Denn die Kenntnis der obigen Worte erspart dir nicht das Losgehen! Und deine Suche endet nie! »Erinnere dich!«, sagt diese innere Person ein Leben lang zu dir.

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© Ferdinand J. Heindl, 2006