|
Kurzfassung:
Der (alltägliche) Austausch mit deiner Umwelt. Damit verbunden ist ein (neutrales) Vermitteln. Als Bild: in der Mythologie bringt Hermes der Götterbote Nachrichten vom Olymp in den Hades und umgekehrt. Die Herausforderung und auch die Schwierigkeit bei dieser Aufgabe: Du darfst weder für den einen noch den anderen Partei ergreifen. Oder wie der Volksmund sagen würde:
»Du
sitzt zwischen den Stühlen«.
Dem Prinzip geschichtlich zugeordnet:
Farbe (helles) Gelb, Zahl 5, Wochentag Mittwoch, Metall Quecksilber, Tonart G
Ist dir folgender Ausspruch bekannt?
»Irgendwann habe ich auf alle Fragen der Welt eine Antwort
gefunden«. Es kann ohne weiteres sein, dass diese innere Person die heutige Informationsflut ungefiltert aufnimmt.
Das Ergebnis ist, dass du dich ständig für Etwas interessierst: für Nachrichten, Rekorde, Ergebnisse aus den
verschiedensten Bereichen und Wissensgebieten, Reiseziele, Methoden für Beruf, Schule, Freizeit, Sprachen, die Wahlen im Ausland, wer wird das nächste Oberhaupt der Lichtarbeitergruppe in Vorarlberg, Ikebana, Biofeedback, Töpfern, usw., eben für alles.
Du bist neugierig auf Menschen, neue Eindrücke und Erfahrungen, doch besteht die Gefahr, sich auf Grund der Vielzahl an Informationen, die auf dich einströmen, zu verzetteln. Die Beschäftigung mit Allem und somit eigentlich mit nichts.
Dieser Umstand versetzt dich in die Lage, dass du (fast) überall mitreden kannst, solange das Gespräch an der Oberfläche bleibt. Ein Thema drängt bereits das nächste (zur Seite). Oft werden verschiedene Wissensgebiete parallel erkundet. Hören wir in die Worte Neugierde und Interesse mal rein.
»Interesse« bedeutet, zwischen den Dingen zu sein und nicht in ihnen. Und
»Neugierde« ist die Gier nach Neuem - ich bin nicht lange bei einer Sache, weil ich gierig auf Neues bin.
Ein Beispiel:
Du bist in einer Buchhandlung und auf der Suche nach einem Buch über die Herstellung von Obstsäften und Marmelade. Im Regal nebenan befinden sich Bücher über Verschwörungstheorien. Folgendes Szenario könnte sich entwickeln: du verlässt die Buchhandlung mit einem Band über Verschwörungstheorien. Das Thema Obstsaft und Marmelade hat sich kurzerhand erledigt. Du hast auf Grund deiner Neugier die Richtung geändert.
Zuhause liest du die Kurzfassung des Autors am Buchrücken. Du »überfliegst« die Überschriften der Kapitel im Inhaltsverzeichnis. Eine Überschrift klingt interessant und schon schlägst du dieses Kapitel auf und beginnst zu lesen. Aber es ist kein wirkliches lesen. Du hüpfst mehr oder minder zwischen den Absätzen herum. Eventuell
»liest« du noch ein weiteres Kapitel und kombinierst anschliessend das
»Gelesene« mit der Kurzfassung auf dem Buchrücken.
Wird im Bekannten- oder Freundeskreis das besagte Buch erwähnt, so sprichst du nun mit, als ob du das Buch gelesen hättest. Freilich, in die Tiefe darf das Thema nicht absteigen, denn dann würde jeder sofort merken, dass du nur zwei Kapitel plus Buchrückeninformation gelesen hast. Aber diese Tiefe strebst du ohnehin nicht an. Du bleibst auf der Oberfläche, weil dein Wissensdurst, deine Neugier dich daran hindern, dich intensiver mit einem Thema zu beschäftigen.
Erweitern wir dieses Bild noch.
Während du in den Verschwörungstheorien blätterst, läutet das Telefon. Ein Freund ruft dich an und erzählt dir über die Möglichkeit, sich von ungesalzener Lichtnahrung zu ernähren. Und schon bist du Feuer und Flamme für das (neue) Thema.
Vielleicht war es das flinke Denken und der Einfallsreichtum, weshalb Hermes das Amt des Götterboten übertragen bekam. Der geflügelte Helm und die geflügelten Schuhe sind ein Sinnbild für seine Leichtigkeit und geistige Beweglichkeit. Ohne diese beiden Voraussetzungen, verbunden mit Neutralität, kann er seine vermittelnde Funktion (zwischen Göttern und Menschen) nicht ausüben. Stell dir einen Briefträger vor, der bei jedem unangenehmen oder traurigen Schreiben
»mitlebt« und nicht neutral bleiben kann.
Auf welche Weise integrierst du den täglichen Informationsstrom (einholen, austauschen, weitergeben) in dein Leben? Wo ist deine Leichtigkeit, deine neutrale Position im Leben geblieben?
Forum
Seele und Astrologie
www.f-s-a.at
©
Ferdinand
J. Heindl, 2006 |